Marathon – Ja oder Nein?

Ein Marathon ist kein Spaziergang. Wer sich die mehr als 42 Kilometer lange Strecke zumutet, sollte sich daher auf seinen Körper verlassen können und ein hartes Training hinter sich gebracht haben.

Doch die Realität sieht anders aus: Häufig finden sich unter den Einsteigern Männer, die bereits über 40 Jahre alt sind und sich in keinem austrainierten Zustand befinden.

Wie der Sportmediziner Prof. Dr. Hans-Georg Predel von der Sporthochschule Köln auf der Medizin 2010 Ende Januar in Esslingen ausführte, ergeben sich daraus erhebliche Gefahren für die Hobbysportler.

So ist durch die dauerhaft große Belastung unter anderem die Möglichkeit eines plötzlichen Herztodes nicht auszuschließen. Ebenso sind die Kniegelenke gefährdet, auf die auf der langen Strecke erhebliche Belastungen einwirken. Prof. Predel rät daher, es langsam angehen zu lassen und nicht mehr als 3 Marathons im Jahr zu laufen.

Zudem ist vor der Teilnahme ein ärztlicher Check zu empfehlen. Bestandteile der Sportuntersuchung sind dann die Prüfung des gesamtes Gesundheitszustandes sowie ein Belastungs-EKG mit einer Prüfung der Lungenfunktion. Um Herzschäden auszuschließen, sollte dieses zudem per Ultraschall getestet werden. Gibt der Arzt grünes Licht und fühlt man sich am Tag des Wettkampfes fit, steht einer Teilnahme nichts im Wege!

René Gräber

René Gräber

René Gräber - Sportpädagoge, Sportphysiotherapeut und Fitnesscoach mit eigener Praxis. Du findest mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich berichte regelmäßig zu den Themen Fitness, Gesundheit, Medizin und natürlich auch zum Thema Trainings- und Bewegungslehre. Wenn Dich das interessiert, darfst Du gerne meinen persönlichen und kostenlosen Newsletter dazu anfordern... (siehe Box oben)

2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Hallo René,

    AUTSCH! Professor Predel geht sicher von bestimmten konditionellen Voraussetzungen aus. Wahrscheinlich geht er weiter von bestimmten Belastungen aus. Wissenschaftlich haltbar ist die Aussage „nur 2 oder 3 Marathons im Jahr“ nämlich nicht.
    Vielleicht passiert sogar das Gegenteil: je mehr Marathons und Ultras ich laufe, desto einfacher ist es und umso weniger belastet mich der Lauf.

    Nach einer Pause von nur 58 Tagen (wie zuletzt) empfinde ich die 42,195 Kilometer als viel länger als sonst.

    Und sicher sterben mehr Menschen vor dem Fernseher, nur ist das nicht medienwirksam und wird daher nicht öffentlich breit getreten.

    Dass man fit und trainiert sein sollte, dass ein Arzt vor allem bei den ersten Läufen zu Rate gezogen werden sollte, das kann ich unterschreiben und unterstreichen. In Frankreich ist die Vorlage eines entsprechenden Attests sogar zwingend vorgeschrieben, selbst für so „alte Hasen“ wie mich.

    Keiner will ja wegen eines Herzfehlers, der nicht diagnostiziert wurde, sterben.

    Fazit von mir: Marathon – unbedingt, wenn man die Voraussetzungen dafür hat oder schafft. Und eigentlich beginnt das lange Laufen erst dann und geht dann bis zur Unendlichkeit …

    KEEP ON RUNNING

    TOM

  2. Avatar

    Hallo Tom,

    Du hast vollkommen Recht. Der Mensch ist ein Läufer und / oder Geher. Dafür sind unsere Gelenke ausgelegt. Mit einem vernünftig trainiertem Körper ist das keine Problem – zumindest aus meiner Sicht.

    Und auch völlig richtig: Die Gefahr kommt eher vom Sofa, denn vom Laufen.

    Was ich im Blickpunkt hatte: Typisch Mann, Mitte 40, letzte Sportkarriere mit 26. Einsetzende Midlife-Crisis, Schuhe an und ab auf die Straße. Ich empfehle da schon vorher mal ein Belastungs-EKG machen zu lassen 😉

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