Afterburn – das Training

René Gräber

Das Idealgewicht zu halten und fit zu bleiben ist heute das Ziel vieler sportlich ambitionierter Menschen. Ausdauer-Training ist dabei eine allgemein anerkannte und daher weit verbreitete Methode. In den USA propagiert ein Arzt das genaue Gegenteil: Kurzzeitige Extrem-Belastungen senken den Anteil des Kohlenhydrate-Verbauchs und steigern die Fettverbrennung. Dadurch kommt es zu einem gezielten Abbau des Fettgewebes, meint Dr. Al Sears und nennt sich selbst „Amerikas führenden Anti-Aging Pioneer“.

Sein Fitness-Konzept heißt „Afterburn“ und beruht auf der Annahme, dass der Organismus besonders in der Ruhe-Phase nach intensiven Kraftanstrengungen den Fettverbrauch hochschraubt. Mit dem Begriff „Pace“ (englisch: „Tempo“), wie Sears sein Trainings-Programm auch nennt, will er die Jogger und Aerobic-Fans zu neuen Höchstleistungen anfeuern.

Ihr gemäßigtes Konditions-Training sollten die Hobby-Sportler ersetzen durch den Sprung in den anaeroben Bereich. Diese „supraaerobe Zone“ ist mit einem diskreten Sauerstoffmangel verbunden und soll, laut Sears, positive Effekte erzielen. Doch wie begründet Sears seine Thesen zum „Supra-Aerobic“?

In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt Sears das Stoffwechsel-Enzym Adenosinmonophasphat-abhängige Kinase (AMPK). Das Protein steuert durch katalytische Prozesse die Aktivität weiterer Enzyme im Stoffwechsel der Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße. AMPK liegt im Körper in einer aktiven und in einer inaktiven (passiven) Form vor. Beide Varianten können ineinander überführt werden. Und dieser Vorgang wird durch verschiedene Faktoren reguliert. Für Dr. Sears ist hier vor allem ein Parameter von Bedeutung: Die Sauerstoff-Konzentration. Das Atmosphären-Gas wirkt in Richtung auf die inaktive Form der AMPK. Andersherum ist eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie) ein Reiz zur Aktivierung des Enzyms. Doch was bewirkt die aktivierte AMPK genau?

Zunächst fördert die AMPK die Oxidation freier Fettsäuren, wodurch der Körper Fett „verbrennt“, um Energie bereit zu stellen. In die gleiche Richtung zielt die Unterdrückung der Fett-Synthese, damit genügend Fettsäuren zur Verfügung stehen und nicht noch mehr Speicherfette gebildet werden. Zusätzlich hemmt die AMPK die Glykogen-Synthese (Leberstärke) und sogar die Produktion des Cholesterins. Die Steigerung der Glykolyse durch aktivierte AMPK bedeutet für den Organismus eine Einsparung des knappen Sauerstoffs, den der Körper für die Fettsäure-Oxidation dringend braucht.

In Ruhe-Phasen oder bei moderater Leistung ist das Blut mit Sauerstoff übersättigt. Gleitet der Organismus durch extreme Anstrengungen in einen hypoxischen Zustand, muss er die normale Sauerstoff-Konzentration erst wieder herstellen. Und weil das einige Zeit dauert, hält der Effekt des gesteigerten Fettabbaus in der Erholungs-Phase weiter an.

Dr. Sears empfiehlt daher extrem anstrengende Gymnastik-Übungen („Pace“), um den Körper in eine Hypoxie zu versetzen. Jogger sollten nach seiner Meinung mit kurzen Sprints maximal beschleunigen statt stundenlang im ruhigen Dauerlauf lange Strecken zurück zu legen. Das führe nicht nur zum „Afterburn“, sondern schone auch die Gelenke, wie der Fitness-Spezialist meint. 

 

 

          


 

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